Aufgabenkreis: Wohnungsangelegenheiten

Der Aufgabenkreis Wohnungsangelegenheiten beinhaltet alle Aufgaben, die mit der Wohnsituation der betreuten Person zusammenhängen, wie

  • Abschluss von Mietverträgen
  • Zahlung von beispielsweise Miete, Nebenkosten, Rundfunkbeitrag
  • Kündigung von Mietverträgen, etwa bei Umzug ins Heim
  • Wohnungsauflösungen
  • die Regulierung von Mietschulden oder
  • das Beantragen von Wohngeld.

Da hier auch stets finanzielle Aspekte zu berücksichtigen sind, werden die Betreuer oft zugleich auch für den Aufgabenkreis Vermögenssorge bestellt.

Die eigene Wohnung ist für die meisten Menschen Lebensmittelpunkt und vertraute Umgebung. Die Aufgabe der Wohnung ist daher ein erheblicher Einschnitt in bisherige Lebensgewohnheiten. Alle Handlungen des Betreuers, die die Wohnungsauflösung zum Ziel haben, zum Beispiel die Kündigung des Mietvertrags unterliegen deshalb der Genehmigungspflicht durch das Betreuungsgericht.
Wird dem Betreuer bekannt, dass der Verlust der Wohnung droht, etwa bei Kündigung durch den Vermieter, hat er das dem Betreuungsgericht mitzuteilen. Außerdem soll der Betreuer alles ihm Mögliche unternehmen, um den Verlust der Wohnung abzuwenden, beispielsweise das Gespräch mit dem Vermieter suchen.

Nach dem Grundgesetz ist das unerlaubte Betreten einer fremden Wohnung ein Verstoß gegen das Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung (Art. 13 GG), sowie Hausfriedensbruch nach dem Strafgesetzbuch (§ 123 StGB). Selbst der Aufgabenkreis Wohnungsangelegenheiten berechtigt den Betreuer nicht dazu, gegen den Willen der betreuten Person, deren Wohnung zu betreten.

Daher sollte der Betreuer sich zunächst die Zustimmung der betreuten Person zum Betreten der Wohnung einholen.

Verweigert die betreute Person den Zutritt zur Wohnung mehrfach und ernsthaft, sollte der Betreuer das Betreuungsgericht informieren. Gegebenenfalls muss der Aufgabenkreis Wohnungsangelegenheiten aufgehoben werden, da eine Betreuung in diesem Bereich nicht möglich ist.

Die Wohnung darf ohne vorherige Zustimmung geöffnet und betreten werden, wenn konkrete Anhaltspunkte bestehen, dass sich in der Wohnung eine Person in Gefahr befindet, etwa Hilferufe oder wenn Gefahr im Verzug ist. Ein solcher Sachverhalt ist allerdings nicht nach dem Betreuungsrecht, sondern nach dem Polizei- oder Feuerwehrgesetz geregelt. Daher sollten in einem solchen Fall die Polizei und gegebenenfalls der Rettungsdienst gerufen werden.

Besteht der dringende Verdacht einer gefährlichen Vermüllung der Wohnung, sollte das Ordnungsamt oder das Gesundheitsamt informiert werden. Beim Vorliegen einer öffentlichen Gefahr, zum Beispiel der Ausbreitung von Krankheitserregern, haben diese Behörden nach dem Infektionsschutzgesetz die Befugnis zum Betreten einer Wohnung.

Ihre Ansprechpartnerin für Fragen und Anregungen zum Wissensportal

Lea Zweigle

Überörtliche Betreuungsbehörde
Wissensportal Ehrenamtliche Betreuer

Telefon: 0711 6375 766

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